HoloLens macht erste Schritte in den weltweiten Markt

HoloLens in Europa verfügbar – aber Mixed Reality hat ihren Preis
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Microsoft beginnt im November mit der Auslieferung der HoloLens für europäische Entwickler und Unternehmen. Den Anfang machen Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Irland, aber auch in Übersee, d.h. in Australien und Neuseeland, kann die HoloLens ab jetzt vorbestellt werden.

Wer die HoloLens bisher nutzen wollte, musste sie etwas umständlich über eine Adresse in den USA oder Kanada ordern. Dort war die Mixed-Reality-Brille schon seit Ende März verfügbar. Diese Hürde ist nun gefallen und die HoloLens jetzt direkt über den Microsoft Store bestellbar. Die Auslieferung der Brille soll im November erfolgen. Momentan wird sie als Developer Edition für 3.299 Euro und als Commercial Suite für 5.489 Euro angeboten. Die Preise haben es noch in sich, aber für ein völlig neues Realitätserlebnis, dessen Möglichkeiten erst noch ausgelotet werden müssen, ist das wohl angemessen.

Noch nicht für Consumer

Diese beiden Versionen sind ganz klar an professionelle Entwickler und Unternehmen gerichtet, die mit der HoloLens erste Erfahrungen machen und Business-orientierte Use Cases erstellen wollen. Das stellt Microsoft auch sofort klar. Auf der Bestellseite der Business Edition heißt es dementsprechend:

Die Microsoft HoloLens Commercial Suite ist nur für Entwickler und Unternehmenskunden bestimmt. Das Produkt und sämtliche damit mit verbundenen Dienst- und Supportleistungen  sind nur auf Englisch verfügbar. Mit dem Kauf stimmen Sie zu, das Produkt nicht weiterzuverkaufen …

Im Unterschied zur Developer Edition verfügt die Commercial Suite über folgende Features:

  • Kiosk-Modus: Im Kiosk-Modus von HoloLens können Sie einstellen, welche Apps Sie starten möchten, um eine Demonstration oder eine Präsentation bereitzustellen.
  • Mobile Geräteverwaltung (MDM) für HoloLens: Sie haben die Möglichkeit, Einstellungen zu verwalten, bestimmte Apps zu installieren und Sicherheitskonfigurationen an die Anforderungen Ihres Unternehmens anzupassen.
  • Identität: Integration in Azure Active Directory und Anmeldeinformationen der nächsten Generation mit PIN-Entsperrcode.
  • Windows Update für Unternehmen: Kontrollierte Betriebssystem-Updates für Geräte und Support für Long Term Servicing Branch.
  • Datensicherheit: BitLocker Daten-Verschlüsselung und Secure Boot sind in HoloLens aktiviert und bieten den gleichen Sicherheitsschutz wie jedes andere Windows-Gerät.
  • Zugriff zum Arbeitsplatz: Ihre Mitarbeiter können mit HoloLens über VPN eine Remoteverbindung mit dem Unternehmensnetzwerk herstellen. HoloLens kann sich auch mit WLANs verbinden, die eine Authentifizierung erfordern.
  • Windows Store für Unternehmen: Verteilen Sie Unternehmenssoftware an bestimmte Personen in Ihrem Unternehmen über sichere Kanäle.

Virtual Reality, Augmented Reality oder Mixed Reality – was denn nun?

Da hat Microsoft ausnahmsweise einen wirklich guten und treffenden Namen wie „HoloLens“ für eines seiner Produkt gefunden und dann kommen sie doch nicht drum herum vom „weltweit ersten eigenständigen holographischen Computer mit Windows 10“ zu sprechen. Das sagt zwar was es ist, aber es klingt einfach nicht gut. Die andere Frage ist aber auch noch, was es denn genau ist. Die HoloLens lässt sich nicht einfach als Virtual- oder Augmented-Reality-Device festlegen. Daher hat Microsoft mit Einführung seiner holografischen Datenbrille den Begriff Mixed Reality geprägt. Entscheidend dabei ist, dass der Nutzer nicht vollständig in eine virtuelle Realität eintaucht, so wie es bei komplett computergenerierten Umgebungen im Virtual-Reality-Bereich üblich ist. Stattdessen bleibt die reale Umgebung erhalten und der Nutzer hat jederzeit die Möglichkeit, in ihr zu agieren und sich darin zu bewegen. Gleichzeitig holt die Brille aufwändige 3D-Grafiken, beispielsweise Minecraft-Welten, in die Realität.

Künftig will Microsoft die Mixed-Reality-Plattform Windows Holographic für andere VR-Headsets öffnen. Herauskommen soll eine Verschmelzung von HoloLens mit diversen Virtual-Reality-Lösungen, die auch von anderen Anbietern kommen können. Aus dieser Perspektive betrachtet ist die HoloLens eher ein marktreifer Prototyp, der die Keimzelle für neue Gerätetypen und Anwendungsfälle sein soll.

Was macht die HoloLens interessant für Entwickler?

Im Vorfeld der BASTA! 2016 hatten wir uns mit Roman Schacherl und Daniel Sklenitzka (beide Softaware GmbH) darüber unterhalten, was die HoloLens für Entwickler interessant macht. Die erste Antwort fasst es klar zusammen:

Die HoloLens strahlt vom ersten Moment an eine eigene Faszination aus – irgendwie ein Blick in die Zukunft, plötzlich Realität geworden. Wir beschäftigen uns auch in der klassischen Software-Entwicklung gerne mit User Experience und der Gestaltung von Benutzeroberflächen – da steht man bei der HoloLens natürlich wieder ganz am Anfang.

Das ganze Interview lesen Sie hier auf entwickler.de und die beiden werden auch auf der BASTA! Spring 2017 in Frankfurt mit der HoloLens dabei sein.

.NET-Entwicklern steht die HoloLens, wie jedes andere Gerät der Windows-10-Plattform, offen. Im Windows Dev Center findet man die notwendigen Informationen für die Entwicklung mit der HoloLens. Übrigens können Entwickler dafür auch Xamarin nutzen und ihre Apps so gleich für mehrere Plattformen und Geräte erstellen.

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Dr. Holger Schwichtenberg (www.IT-Visions.de/5Minds IT-Solutions)

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Christian Nagel (CN innovation)

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