Ein Bild der Build 2016: Azure, Services und unendliche viele Möglichkeiten für Entwickler

Kommentar zur Build 2016: Microsofts plaudernde Azure-Dienste
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Die Entwicklerkonferenz Build 2016 hat gezeigt, dass Microsoft konsequent seinen Weg der neuen Offenheit weitergeht und diese Offenheit an die Entwickler weitergibt. Das Unternehmen zeigt sich selbstbewusst, angstfrei und zukunftsorientiert: dank Xamarin für jede mobile Plattform entwickeln, .NET nun vollständig Open Source, Linux unter Windows nutzen, jeden Service in Office und Azure nutzen und wenn keiner weiter weiß, helfen Cortana und die Bots.

Die Integration der Multi-Plattform-Entwicklerwerkzeuge von Xamarin in alle Visual Studio-Editionen ist sicher die für .NET-Entwickler spannendste Neuigkeit. Können Sie doch jetzt ohne Extrakosten aus Visual Studio heraus ihre C#-Apps auf die großen mobilen Plattformen iOS und Android bringen. Das Xamarin SDK (mit Runtime, Libraries und Command Line Tools) wird zudem Open Source.

Kostenlos, Open Source und unter der Leitung von Microsoft: sollten Unternehmen bisher davor zurück geschreckt sein Xamarin zu nutzen oder gar die Entwicklung von nativen Apps für Android und iOS aus Know-how und Kostengründen verzögert haben, besteht dazu kein Grund mehr.

Windows und Visual Studio bleiben das Zentrum

Terry Myerson, Executive Vice President for Windows and Devices, betonte darüber hinaus, dass Windows eine offene Plattform bleibe, so wie es auch in den vergangenen 30 Jahren war. Damit versucht er Bedenken zu zerstreuen, dass der einheitliche Windows Store mit seinen Universal Apps, zu einer geschlossenen Plattform führen könnte.

This is an open platform. It is an open ecosystem of hardware and software development partners. It has been for over 30 years. Nothing changes with the Universal Windows Platform.

Im gleichen Zuge stellte Microsoft aber auch den schon im vergangenes Jahr angekündigt Converter für Win32/.NET-Anwendungen vor. Bisher lief er unter dem Projektnamen Centennial und wird ab Sommer voraussichtlich zur Verfügung stehen. Mit nur wenigen Anpassungen sollen damit Anwendungen als UWP-Apps in den Windows Store gebracht werden können, die eigentlich der „Vergangenheit“, der traditionellen Entwicklung angehörten.

Zusammen ergibt sich für .NET-Entwickler daraus das Bild, dass sie mit ihrer Kompetenz, den vertrauten Werkzeugen und ihren Produkten scheinbar recht leichtfüßig die nächsten Schritte in die Zukunft gehen können.

Bot statt App – Microsoft gesprächige Zukunft

Und diese Zukunft soll nach dem Willen von Satya Nadella, CEO von Microsoft, eine gesprächige sein. Angeregtes Plaudern von Nutzern, digitalen Assistenten und Bots soll den virtuellen und realen Lebensraum der Nutzer füllen. So jedenfalls das Bild, dass am Schluss der Eröffnungskeynote präsentiert wurde. Denn das wirklich Neue dieser Build war diese Aussicht auf Cortana und viele Bots, oder besser: ein Framework mit dem Entwickler eine ganze Menge Bots für quasi jede beliebige Anwendung schreiben können.

Satya Nadella sieht darin die große „Opportunity“ für Entwickler. Die Zukunft sei „Conversation as a Plattform“, was im Einzelnen heißen soll:

  • Menschliche Sprache ist das neue User Interface
  • Bot sind die neuen Apps, digitale Assistenten sind Meta-Apps
  • (Künstliche) Intelligenz steckt in allen Interaktionen

Als Beispiel diente der Skype-Chat-Bot, der jetzt schon in einigen englischsprachigen Ländern in Skype getestet werden kann.

This is only the beginning of taking this exciting technology and together, we can shape what it looks like to shop, play a game, order food, schedule meetings, book trips, control your smart home and more.

Cortana (bzw. Siri, Now oder Alexa) sind Meta-Apps, weil sie zwischen dem Nutzer und den Bots vermitteln. Persönliche Assistenten verfügen über die Informationen, einzelne Bots zu ganzen Prozessen zu verbinden: Flug buchen, Taxi bestellen, Hotelzimmer, Kinokarten oder einen Tisch im Restaurant reservieren – wohin dann gleich noch der vor Ort ansässige Geschäftspartner oder Freund automatisch eingeladen wird. Diese einzelnen Bots werden von Cortana gesteuert. Cortana weiß nämlich auch, was einem schmeckt, welcher Freund veganer ist oder gerne Action Filme sieht. Ob man wirklich wollen kann, dass die Systeme über alle diese Informationen verfügen und sie miteinander austauschen, ist eine Frage, die letzten Endes von den Nutzern entschieden wird und ihrer Bereitschaft diese Form des „more personal computing“ zu leben.

Clouds, Services, Frameworks und neue Ideen

Der technische Hintergrund für diese Entwicklungen sind Services wie z. B. die Cortana Intelligence Suite, bzw. die Cognitive Services, oder das erwähnte Bot Framework. Der Dreh und Angelpunkt für alle diese Möglichkeiten ist aus Microsoft Sicht natürlich Azure. Sich das in der ganzen Bandbreite anzusehen, ist jetzt schon ein Ding der Unmöglichkeit. Auch die Neuvorstellung wie Azure Fabric sind da nur noch ein Stein in einem großen Mosaik. An Azure kommt man als Entwickler in Zukunft nicht mehr vorbei. Sei es, weil man für die Entwicklung Visual Studio Team Services oder die Xamarin-Testumgebung nutzt, sei es, weil man SaaS-Anwendungen entwickelt oder Datenbanken nutzt oder mit dem Bot eines Geschäftspartners in Kommunikation tritt. Allen Vorbehalten zum Trotz, in der einen oder anderen Form wird man die Cloud in Zukunft nutzen müssen. Für Nadella bilden Azure, Office 365 und Windows die drei Plattformen für zukünftige Entwicklungen. Wenn man es runterkochen will, ist es einfach eine Ressourcenfrage, damit man nicht mehr nach Ressourcen fragen muss. Azure biete schier unbegrenzte Skalierung, Rechenleistung, Services, Geräteverbindungen und Informationen, so dass wirklich vom einfachen IoT-Device bis zum leistungsstarken Laptop alle Geräte zusammenarbeiten können. Auch das ist nicht neu, aber diese Build hat das nochmals unterstrichen.

Innovation in der Hand der Entwickler

Das ist viel Neues im Detail und im Großen, denn machen wir uns nichts vor: Es ist gut Visual Studio zu kennen, C# zu können, leicht in TypeScript hineinzufinden und mal eben eine App auf iOS und Android zu bringen. Aber die Vorzeichen haben sich doch geändert. Die Cloud, in Form von Azure oder einem andern Cloud-Angebot, das Internet der Dinge und Mobilität der Nutzer verändern die Arbeitsweise und Denkmodelle für Entwickler zunehmend. Das Angebot mit „traditionellem“ Know-how in die Zukunft zu gehen, ist nur für den Übergang gemacht. Wer die Möglichkeiten der neuen Technologie wirklich nutzen will, muss sich von alten Zöpfen trennen – die HoloLens ist dafür sicher das anschaulichste Beispiel. Die Entwicklungen bei Microsoft, Amazon, Google und den anderen, werden unsere Kommunikation, unsere Arbeits- und Lebensweise verändern, aber das tolle für Entwickler ist, dass sie dabei in der ersten Reihe sitzen und mitmachen können.

Aufmacherbild: Golden Gate Bridge in the Summertime von Shutterstock / Urheberrecht: jessicakirsh

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