Sustainability Trends in der Softwareentwicklung

Nachhaltigkeit trifft Code: Von Green Coding bis Green AI

Nachhaltigkeit trifft Code: Von Green Coding bis Green AI

Sustainability Trends in der Softwareentwicklung

Nachhaltigkeit trifft Code: Von Green Coding bis Green AI


In einer Welt, in der Nachhaltigkeit längst nicht mehr nur ein Trend, sondern eine Notwendigkeit ist, zieht auch die Softwareentwicklung nach. Vom energieeffizienten Programmieren bis hin zu umweltbewussten Praktiken in der Entwicklungspipeline – immer mehr Unternehmen setzen auf grüne Lösungen. Doch was bedeutet das für den Code, den wir täglich schreiben? Die Berücksichtigung und Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in den Softwareentwicklungsprozess wird 2025 zu einer Schlüsselanforderung für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftliche Akzeptanz von Unternehmen.

Aktuelle Nachhaltigkeitstrends in der Softwarebranche gelten vor allem der Reduktion des ökologischen Fußabdrucks und der Integration nachhaltiger Praktiken. Dazu gehören Konzepte wie „Sustainability in Technology“, bei dem bestehende Infrastrukturen und Technologien auf ihren ökologischen Fußabdruck überprüft werden, und „Sustainability by Technology“, das innovative Softwarelösungen fördert, die direkt Nachhaltigkeitsziele unterstützen. Und gemäß dem Motto „Sustainability at Scale“ gehen Unternehmen strategische Partnerschaften ein, um nachhaltige Lösungen zu skalieren und breiter umzusetzen. Es wird immer deutlicher, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein optionaler Zusatz ist, sondern von Anfang an als nicht-funktionale Anforderung in den Entwicklungsprozess integriert werden muss. Der Blick auf die gesamte Lebensdauer der Software ist entscheidend, um Ressourcenschonung und langfristige Effizienz zu gewährleisten. Und auch aus ökonomischer Sicht wird der Fokus auf Nachhaltigkeit wichtiger: Angesichts neuer Gesetze (z. B. des Lieferkettengesetzes) ist es auch kostengünstiger, von vornherein nachhaltig zu entwickeln, als später Strafzahlungen leisten zu müssen. Es wird also Zeit, sich auch in der Softwareentwicklung in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft zu bewegen – und einen Blick auf die Sustainability Trends in der Branche für 2025 zu werfen.

TIPP: Wenn du Expertenwissen zum Thema Nachhaltigkeit suchst und mit Top-Expert:innen aus der Branche darüber sprechen möchtest, solltest du dir den 18. September 2025 vormerken, um das wichtigste Tech-Event des Jahres nicht zu verpassen: den entwickler Summit!

Mehr Infos zum Programm findest du unter www.entwickler.de/entwickler-summit

Green Coding: Energieeffizienz schon beim Programmieren

Der Fokus auf energieeffizienter Programmierung wird immer wichtiger, um den CO2-Fußabdruck von Software zu reduzieren. Durch die Optimierung von Code und Algorithmen kann die benötigte Rechenleistung minimiert werden, was zu einer geringeren Energieaufnahme führt. Entwickler:innen sollten darauf achten, wie ihre Software auf verschiedenen Geräten und in unterschiedlichen Umgebungen läuft und welche Hardware-Ressourcen sie beansprucht. Ziel ist es, die Software so ressourcenschonend wie möglich zu gestalten.

Diese Tools und Praktiken helfen dabei:

  • bei der Green Software Foundation findest du Best Practices und Tools zur Reduzierung des Energieverbrauchs in der Softwareentwicklung.

  • Power-Aware Computing: Tools zur Messung des Energieverbrauchs von Software und Hardware, um die Auswirkungen der Software auf die Umwelt besser zu verstehen und zu reduzieren.

Nachhaltiges Software-Lifecycle-Management

Nachhaltigkeit sollte den gesamten Lebenszyklus einer Software durchziehen – von der Planung und Entwicklung bis hin zum Betrieb, Wartung und der Entsorgung. Die Idee ist, dass der Energieverbrauch und die Ressourcennutzung nicht nur während der Entwicklung berücksichtigt werden, sondern auch die Software langfristig effizient bleibt und nach der Nutzung umweltgerecht zurückgebaut wird. Unternehmen integrieren zunehmend nachhaltige Prinzipien in ihre DevOps- und CI/CD-Prozesse.

Diese Tools und Praktiken helfen dabei:

  • SonarQube ist ein Tool zur Qualitätsprüfung von Software, das auch auf die Nachhaltigkeit des Codes achtet und so dazu beiträgt, weniger ressourcenintensive Software zu entwickeln.

  • Mit Jenkins können durch CI/CD-Pipelines nicht nur Entwicklungsprozesse automatisiert werden, sondern auch die Ressourcennutzung und Nachhaltigkeit im Software-Lifecycle überwacht und optimiert werden.

Automatisierte Tests und Code-Analyse

Automatisiertes Testing und kontinuierliche Code-Analyse sind unverzichtbar, um Software von Anfang an effizient und ressourcenschonend zu gestalten. Durch das frühzeitige Erkennen von ineffizientem oder fehlerhaftem Code kann unnötiger Energieverbrauch in der späteren Nutzung verhindert werden. Automatisierte Tests sorgen zudem dafür, dass Software fehlerfrei und stabil bleibt, was langfristig ebenfalls zu einer Reduzierung des Ressourcenverbrauchs führt.

Diese Tools und Praktiken helfen dabei:

  • JUnit: Für automatisierte Tests, die helfen, die Qualität und Effizienz der Software zu verbessern und potenzielle Fehlerquellen zu identifizieren, die zu ineffizientem Code führen.

  • Selenium sorgt für automatisiertes Testing von Webanwendungen und hilft dabei, Performance-Probleme und ineffizienten Code frühzeitig zu erkennen.

  • Mit PyLint findest du ein Tool zur statischen Code-Analyse in Python, das ineffizienten Code identifiziert und Vorschläge zur Optimierung macht.

  • ESLint hilft bei der statischen Code-Analyse von JavaScript, das ebenfalls ineffizienten oder unnötigen Code entdeckt und hilft, den Energieverbrauch zu senken.

Cloud-Native / Microservices bei grüner Cloud-Infrastruktur

Cloud-native Architekturen und Microservices bieten zahlreiche Vorteile für die Skalierbarkeit und Flexibilität von Softwarelösungen. Sie ermöglichen eine effiziente Ressourcennutzung, indem sie in kleine, leicht skalierbare Einheiten unterteilt werden, die nach Bedarf ausgelastet oder heruntergefahren werden können. Es ist jedoch ebenso wichtig, auf die umweltfreundliche Infrastruktur der Cloud-Anbieter zu achten: Nutzen sie erneuerbare Energien? Wie effizient betreiben sie ihre Rechenzentren?

Diese Tools und Praktiken helfen dabei:

Datenkompression und Optimierung

Datenkompressionstechniken helfen dabei, den Energieverbrauch und die Bandbreitennutzung zu verringern, insbesondere bei Cloud-basierten Anwendungen und Datenübertragungen. Weniger Datenvolumen bedeutet weniger Speicherplatz und weniger Bandbreite, was sowohl die Kosten als auch den Energieverbrauch reduziert – ein wichtiger Aspekt in Zeiten von Big Data und IoT.

Diese Tools und Praktiken helfen dabei:

  • Zstandard (Zstd): Ein Algorithmus zur effizienten Datenkompression, der sowohl eine hohe Kompressionsrate als auch eine schnelle Dekompression ermöglicht, was die Ressourcennutzung optimiert.

  • Mit Gzip verfügst du über ein Tool zur Kompression von Daten, das vor allem bei Web-Datenübertragungen für schnellere Ladezeiten und weniger Energieverbrauch sorgt.

Low-Code / No-Code-Plattformen

Low-Code- und No-Code-Plattformen erleichtern die Entwicklung von Software, indem sie visuelle Entwicklungsumgebungen bieten, in denen auch Nicht-Programmierer:innen komplexe Anwendungen erstellen können. Das führt zu einer effizienteren Nutzung von Ressourcen, da die Entwicklungszeit verkürzt und die Komplexität reduziert wird. Diese Plattformen ermöglichen es, schnellere, wartungsfreundlichere und ressourcenschonendere Software zu entwickeln.

Diese Tools und Praktiken helfen dabei:

  • OutSystems ist eine Low-Code-Plattform zur schnellen Entwicklung von Anwendungen mit geringerem Ressourcenverbrauch und kürzerer Markteinführungszeit.

  • Mendix: Eine weitere Low-Code-Plattform, die schnelle Prototypenerstellung und nachhaltigere Softwareentwicklung ermöglicht, indem sie weniger komplexe Systeme entwirft und so Ressourcen spart.

Open-Source-Software und Collaboration

Der Open-Source-Gedanke fördert die Nachhaltigkeit, indem er den Austausch von ressourcenschonendem Code und Best Practices ermöglicht. Open-Source-Projekte haben häufig eine größere Gemeinschaft von Entwickler:innen, die kontinuierlich an der Verbesserung der Software arbeiten und so Innovationen in Richtung Nachhaltigkeit vorantreiben.

Diese Tools und Praktiken helfen dabei:

  • GitHub ist die Plattform zur gemeinsamen Entwicklung und Förderung von nachhaltigen Softwareprojekten, die es Entwickler:innen ermöglicht, ressourcenschonenden Code auszutauschen und zu optimieren.

  • GitLab ermöglicht die kollaborative Entwicklung und Optimierung von Softwarelösungen, die die Ressourcennutzung minimieren, indem sie eine offene, transparente Entwicklungsgemeinschaft fördern.

Software zur Emissionsmessung und CO2-Tracking

Mit Softwaretools zur Emissionsmessung und CO2-Tracking können Unternehmen ihren CO2-Ausstoß überwachen und gezielt optimieren. Diese Tools bieten wertvolle Einblicke in die Umweltauswirkungen von IT-Infrastrukturen und Softwareanwendungen und helfen, nachhaltigere Entscheidungen zu treffen.

Diese Tools und Praktiken helfen dabei:

  • Scope 3: Ein Tool, das Unternehmen hilft, ihre Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu messen und zu überwachen, um fundierte Nachhaltigkeitsstrategien zu entwickeln.

Ethical AI / Green AI: Nachhaltigkeit in KI-Modellen

Künstliche Intelligenz benötigt oft große Mengen an Rechenleistung und Energie. Der Trend geht dahin, KI-Modelle zu entwickeln, die ressourcenschonender arbeiten und umweltfreundlicher sind. Zudem wird zunehmend diskutiert, in welchen Fällen der Einsatz von KI sinnvoll ist und wann menschliches Expertenwissen oder einfachere Lösungen nachhaltiger sind: Nicht jede Anwendung benötigt KI-Integration, nur weil es gerade im Trend liegt.

Diese Tools und Praktiken helfen dabei:

  • LiteRT (früher TensorFlow Lite) ist ein Tool zur Optimierung von KI-Modellen für mobile und ressourcenschonende Anwendungen, das die Rechenanforderungen und den Energieverbrauch von ML-Modellen reduziert.

  • MLflow: Eine Open-Source-Plattform zur Erstellung und Überwachung nachhaltiger Machine-Learning-Modelle, die hilft, den Ressourcenverbrauch und die CO2-Emissionen zu minimieren.

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